Ein Blech voller Zwetschgenkuchen

Ein Blech voller Zwetschgenkuchen
31. August 2022 DasFreuleinbackt.
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Anschnitt vom Zwetschgenkuchen

Zwetschgenkuchen?

Wo gibt es den?

Das Haus meiner Eltern bekommt einen neuen Regenschirm und Mantel. Puh, keine einfache Aufgabe. Ist das Dach defekt, hat man das Gefühl in einem vollkommen nackten Eigentum zu hausen. Überall herrscht Chaos. Im Haus, am Haus, vor dem Haus. Es dauert und ist -noch immer- eine langwierige Sache.

An jeder Ecke des Grundstücks liegt Dämmung , die Ziegel stapeln sich im Hof und um das Haus steht ein hohes Gerüst. Fest verankert an den Hausmauern, mit dicken Dielen ausgelegt und Klappböden, die einen hoch hinauskommen lassen. Aufgestellt von jungen Männern an heißen Sommertagen. Mehr schreibe ich nicht dazu, ich lasse Euch mit den Gedanken jetzt alleine. Aber ja, sie waren fleißig und nett und so.

Seitdem das Gerüst aufgebaut wurde, arbeiten Menschen sobald sie das Hab und Gut meiner Eltern betreten. Die Zeit, das Wetter und das Gerüst werden genutzt, wo und wie es nur geht. Wir decken somit nicht nur das Dach, das ganze Haus bekommt zudem noch einen schneeweißen neuen Anstrich. Die Klappläden und Fenster werden auch gleich ausgebessert und gestrichen. Die Weinreben werden zurechtgestutzt, der Garten maximal „aufgeräumt“ und begutachtet.

Das goldene Obst

Jedes Jahr hängen zwei Bäume mit Zwetschgen und Mirabellen voll. Jedes Jahr sagt mein Vater ich solle doch das tolle Obst pflücken. Jedes Jahr steht er mit mir da und zeigt mir, wie schön doch alles gewachsen sei. Jedes Jahr bzw. jährlich grüßt das Murmeltier.

Das brave Töchterlein nutzte also das Gerüst am Abend um an die Obstbäume ranzukommen. Kiloweise Zwetschgen und Mirabellen landeten in meinen Körbchen, die ich meiner Mutter weiterreichte. Mit meiner weißen Arbeitskleidung lag ich auf meinem Bauch um das reife Obst greifen zu können. Der Plan war Zwetschgenkuchen zu backen und Marmelade zu kochen. Meine Mutter nickte freudig und nahm mir hochmotiviert einen Korb nach dem anderen ab. Hauptsache der Kuchen sei bald fertig.

Mein Vater war währenddessen hochmotiviert an der Fasade beschäftigt, denn endlich wurde das Obst heruntergeholt und er konnte mir zeitgleich unendlich viele Geschichten erzählen. Ja, er saß über mir und ja, sein Schuh streifte auch ständig mein Haar.

Das Freulein fleißig:

 

Am selben Abend kochten wir noch Marmelade ein. Die Zwetschgen nahm ich allerdings für den nächsten Tag mit Nachhause um einen Hefeteig vorzubereiten.

Sind sie nicht wunderschön? Unsere Angeber-Zwetschgen:

 

Keine Eier im Haus

Alles war für den perfekten Kuchen eingekauft, aber etwas fehlte. Die Eier! Mist, ich hatte die Eier vergessen!

Das verzweifelte Freulein googelte und fand heraus, dass man hervorragend ohne Eier backen konnte. Mir wurden unter anderem als Alternativen reife Bananen, Apfelmus oder Kichererbsenwasser angezeigt. Ich entschied mich jedoch für Leinsamen, denn die hatte ich in meiner großen Backschublade vorrätig. Zudem dachte ich mir, seien sie relativ geschmacksneutral.

Voller Tatendrang schredderte ich einen Teelöffel Leinsamen und ließ sie mit drei Esslöffel Wasser einige Minuten quellen. Vorab verrate ich Euch, dass das super klappte und dem Hefeteig keinen Zacken aus der Krone brach.

 

Hier viel Spaß beim Lesen meines Rezeptes:

Zwetschgenkuchen

  • ZUTATENZEUGS für ein Blech:
  • 700 g Mehl
  • 2 Prisen Salz
  • 2 Päckchen Trockenhefe
  • 65 g Zucker
  • 1 Esslöffel gemahlene Leinsamen
  • 3 Esslöffel Wasser
  • 250 g Butter
  • 175 ml Hafermilch
  • 1 TL Zimt
  • 100 g braunen Zucker
  • 1 kg Zwetschgen
  • 0,5 kg Mirabellen
  • Zum Bestäuben:
  • Puderzucker

ANLEITUNG:

400 g Mehl, Salz, Trockenhefe und Zucker in einer Schüssel vermischen.

In einer kleinen Schüssel die gemahlenen Leinsamen mit Wasser verrühren und 2-3 Minuten quellen lassen. Währenddessen in einem Topf 50 g Butter erhitzen, dann vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.

Die Hafermilch abmessen, mit den Leinsamen verrühren und jetzt zur Butter geben. Alles erst mit einem Schneebesen gut vermixen, dann zur Mehl-Hefemischung schütten und mit dem Knethaken ca. 8 Minuten durchkneten.

Den geschmeidigen Teig ca. 40 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Die Streusel:

300 g Mehl, brauner Zucker, 1 Prise Salz, Zimt und 200 g Butter zu Streusel verarbeiten und beiseitestellen.

Den Hefeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit den Händen kurz durchkneten, dann ausrollen und auf ein Backblech mit Backpapier setzen. Den Teig noch einmal ca. 20 Minuten abgedeckt gehen lassen.

Jetzt den Backofen auf 200 Grad Ober-und Unterhitze vorheizen.

In der Zwischenzeit die Mirabellen halbieren und die Kerne entfernen. Jetzt die Hälften kurz in heißes Wasser legen, bis sich die Schale löst. Jetzt das Obst abschütten und die Haut abziehen. Das Fruchtfleisch in eine Schüssel geben und mit einem Stabmixer verquirlen.

Die Zwetschgen waschen, halbieren, entkernen und in Stücke schneiden.

Nun das Mirabellen-Mus auf den Hefeteig streichen, danach die Zwetschgenstücke verteilen. Zum Schluss die Streusel darüber streuen und im Backofen alles ca. 30 Minuten backen.

Beim Servieren die Kuchenstücke mit etwas Puderzucker bestäuben.

 

Anschnitt vom Zwetschgenkuchen

Zwetschgenkuchen

 

Anschnitt vom Zwetschgenkuchen

Zwetschgenkuchen

 

Anschnitt vom Zwetschgenkuchen

Zwetschgenkuchen

 

Der Zwetschgenkuchen

Ende gut, alles gut. Daddy und SEINE Bäumchen, das gutes Obst auf dem Kuchen! Unbehandelt! Weltklasse! Mum mit ihrem Cappuccino in der einen Hand und in der anderen die Kuchengabel. Den Kuchen auf Uromas Geschirr platziert. Und das Freulein? Die aß das Stück Zwetschgenkuchen mit einer Kugel Vanilleeis. Oh wie yummy!

Merke:

Durch die Mirabellen und die Zwetschgen konnte man den Kuchen auch noch locker am nächsten Tag essen. Luftdicht verpackt trocknete er ganz und gar nicht aus. Im Gegenteil, er war immer noch super saftig und lecker. Bitte nie Hefeteig im Kühlschrank aufbewahren. Dies als kleiner Tipp.

 

Wer noch ein anderes Rezept mit Hefeteig sucht, der schaut hier: KLICK

Habt Ihr auch einmal mit einer Ei-Alternative gebacken?

 

Ein Zuckerkuss aufs Händchen,

Euer Freulein

Comments (2)

  1. Nees 2 Jahren vor

    Hallo Freulein, soll es Mandelmilch oder Hafermilch sein. im Rezept steht Mandelmilch und in der Anleitung steht Hafermilch.

    • Autor
      DasFreuleinbackt. 2 Jahren vor

      Hallo, vielen Dank, dass Du so aufmerksam warst. Ich habe es verbessert 🙂 Liebst, Sandra

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